Tanasha
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Das abgehängte Prekariat muss sozialverträgliches Ableben lernen

Das Unwort des Jahres steht mal wieder zur Wahl.

Ich wäre für abgehängtes Prekariat. Ganz klar.

Das liegt mir nämlich so schön kuschelig nah, da ich selbst zum abgehängten Prekariat gehöre.

Ja, genau, ich muss es mir selbst eingestehen, ich, 36, Akademikerin, studiert an einer angesehenen Universität in Deutschland, Auslandsstudium, 3 Sprachen, Projektleiterin im öffentlichen Dienst, gehöre zum abgehängten Prekariat. Und mein Mann gleich mit dazu, der ist nämlich selbständig. Ja, das sind wir, abgehängte Prekäre oder heißt es abgehängte Prekarier, naja, egal, es klingt ohnehin nach Proletariern, womit wir wieder beim Proll sind. Ja, ich, Akademikerin im öffentlichen Dienst bin ein Proll. Uach ganz ohne Hartz4 und Unterhemd und Bierdose. Oder doch eine Prekäre? Das klingt doch gleich ganz anders. Leicht anrüchig und auch ein bisschen aufsässig. So ein bisschen politisch und ein bisschen nach igittigitt.
Da denkt man, wenn man studiert und im öffentlichen Dienst ist, gehörte man zur gehobenen Mittelklasse, denn schließlich fahre ich ja auch einen Golf, und der ist ja auch ein Mittelklassewagen.
Die mittlere Klasse, so dachte ich. Aber jetzt gehöre ich zum abgehängten Prekariat. Naja, bingen wir es mal auf den Punkt: Zur Unterschicht. Ja, jetzt ist es endlich raus, zur Unterschicht. Das ist doch das, was die Politiker mit "abgehängtes Prekariat" meinen. Weil ich immer nur zeitlich befristete Verträge kriege und immer ein halbes Jahr vor Ablauf des Vertrages anfangen muss zu zittern, ob ich denn vielleicht übernommen werde oder vielleicht woanders einen neuen befristeten Vertrag bekomme. Und da ich immer nur Jahresverträge bekomme, zittere ich quasi mein Leben lang. Ob ich die Miete noch bezahlen kann oder ob ich wieder an´s Ersparte muss, was ja eigentlich zur Altersvorsorge dienen soll. Soll, ja, man sollte eher sagen "muss". Denn ich kriege mit heute 36 nach genau 31 noch vor mir liegenden Arbeitsjahren voraussichtlich keine Rente mehr. Mir wurde zwar vor Jahren gesagt, die Renten sind sicher, aber das bezog sich wohl nur auf die Rente desjenigen, der gesagt hat, dass die Rente sicher ist. Dass er damit seine eigene Rente meinte, und nicht meine, das war mir damals gar nicht klar. Und überhaupt, warum üben wir uns nicht alle viel mehr im sozialverträglichen Ableben?
Wir zahlen in die Rentenkassen bis 67 und danach können wir eh nicht mehr, weil wir dann nämlich vor lauter Prekariat eh schon längst halbtot sind. Pünktlich zum Renteneintritt, bzw. dann reden wir wohl eher vom Eintritt in die Soziahilfe, denn Renten gibt es ja dann keine mehr, sollten wir sozialverträglich ableben, damit wir den Staat nicht noch weiter belasten. Bezahlen können wir dann ja nicht mehr, deshalb sind wir ja eh quasi nutzlos, es sei denn wir erfüllen auch hier unsere letzte Pflicht und leben kostensparend ab.
Natürlich wird dann sofort der Einwand kommen: "Hör doch auf zu nörgeln und mach selbst vernünftige Vorschläge." Ach ja. Ich werde dafür bezahlt, Projekte zu leiten und nicht dafür, Politik zu machen. Wenn das mein Job wäre, würde ich viel besser bezahlt und würde nicht zum abgehängten Prekariat gehören. Und überhaupt - wenn jeder Politiker wäre, wer würde denn dann die Arbeit machen, Steuergelder bezahlen, Deutschland nach vorne bringen, in die Rentenkassen einzahlen und den Politikern ihre fetten Diäten und Pensionen bezahlen?
23.10.06 10:34


Die Frau und der Mann

Skizzieren wir mal eine gewöhnliche Woche.
Ich, weiblich. Verbringe mein Leben mit ihm, männlich.
Ich, weiblich, arbeite montags bis freitags von morgens 8 bis abends 21 - 23 Uhr. Gehe um halb 7 aus dem Haus und komme zwischen 21:30 und 23:30 nach Hause. Dazwischen nur gearbeitet, meist ohne Pause.
Er, montags abends Treffen mit Bekannten, dienstag abends Treffen mit Bekannten, mittwoch abend All you can eat mit einem Freund donnerstag abend Treffen mit Bekannten, freitag abend um 8 Uhr zu Hause, Herumliegen auf dem Sofa, Samstag vormittag Arbeit.
Hausarbeit - ganze Woche niemand was gemacht.
Samstag, ich, weiblich, Spülmaschine einräumen, ausräumen, aufräumen, Blumen gießen, Müll raus, Wäsche sortieren, Wäsche waschen, alte Wäsche abhängen, Wäsche zusammenlegen, Wäsche wegräumen, Wohnung putzen.
Sage ich zu ihm: "Warum mache ich eigentlich die Hausarbeit alleine, zumal ich der Ansicht bin, ich arbeite ohnehin schon wesentlich mehr als du."
Sagt er: "Ach wieso denn, ich komme doch auch immer spät nach Hause und muss sogar am Samstag noch arbeiten."
4.3.06 12:29


Weihnachtsbäume

Der Schnee ist schon geschmolzen, die weihnachtlichen 3 Kilo zu viel noch nicht. Die Vors?tze f?r?s neue Jahr sind auch schon wieder vertagt, und der Familienstreit am Weihnachtsabend ist auch schon wieder vergeben und vergessen. Weihnachten hat man schon g?nzlich aus dem Ged?chtnis verdr?ngt, w?hrend sich in den Regalen und Prospekten bereits niedliche H?schen und gelbe Flauschk?ken auf blumigen Wiesen zwischen h?bsch bemalten Ostereieren tummeln. Und pl?tzlich, wie aus dem Nichts, holt es uns wieder ein, denn dieser Tage liegen sie wieder - die Weihnachtsb?ume auf den B?rgersteigen. Seltsam verlassen und grotesk sehen sie aus, verschm?ht und abgeschoben scheint es. Ist das nicht traurig? Andersens M?rchen vom Tannenbaum dr?ngt sich auf und ?berhaupt, warum musste eigentlich der halbe Wald abgeholzt werden? Na klar, macht ja nichts, wurde doch alles eigens f?r Weihnachten angebaut.
Wie haben sie wohl ausgesehen? Rote Kugeln, goldene Kugeln, silberne oder vielleicht blaue? Hat noch jemand Lametta drangeh?ngt, so wie fr?her? Echte Kerzen (wie mutig, wegen der Brandgefahr) oder elektrische, die zum Drehen oder die kleinen Lichterketten? Und wenn ja, wieviele Lichter waren denn dran? 20 oder 50? Gab es Strohsterne oder Engelshaar und was hat das Ganze abgerundet? Die Christbaumspitze oder ein Stern? Und was lag denn drunter? Gro?e Geschenke, kleine Geschenke, viele Geschenke, keine Geschenke?
Jeder Tannenbaum eine Geschichte. Schade, dass sie nicht reden k?nnen, zu erz?hlen h?tten sie bestimmt viel.
Wer war denn da? Die Eltern ohne Kinder? Mit Kindern? Was war mit Oma und Opa? Den Freunden? Wurde gegessen, gefeiert, geweint oder gestritten, wurden Dias geschaut, gesungen oder kam die Musik von CD? Oder von mp3 Player? Klassisch oder kindlich? Modern oder rustikal?
Jeder Tannenbaum auf dem B?rgersteig l?sst den Betrachter zum Voyeur werden - aha, die hatten aber einen kleinen, ob die Wohnung auch so klein ist? Oh, der ist aber hoch, bestimmt ein Altbau. Und der erst, wie breit er ist, und dann auch noch mit Lametta, wie umweltverschmutzend. Die bringen auch garantiert das Glas nicht zum Container.
Nun denn, weg mit den Weihnachtsb?umen - mehr Platz f?r Ostereier!

13.1.06 17:36


Besserung

Oh Wunder, die Menschheit kritzelt nicht nur in Blogs herum, sondern liest auch selbige.
In diesem Fall: Asche auf ein Haupt. Ich gelobe Besserung.
10.1.06 09:29


Sommer

Der Sommer hat auch in Deutschland Einzug gehalten und mit den Temperaturen steigt auch die Laune. Feuerrote Sonnenunterg?nge ?ber kleinen vetr?umten Seen, goldgelbe Felder, satte, gr?ne Wiesen und der Geruch von frischem Heu.
Ist der Sommer nicht sch?n? Der einizge Nachteil: Der t?gliche Eiskaffee und das obligatorische Grillen sind H?ftgold pur.
Aber seien wir mal ehrlich - die tristen und verregneten Novembertage sind doch geradezu dazu geschaffen, die ?briggebliebenen Sommerpfunde loszuwerden. Und es bleibt noch genug Zeit, auch gleichzeitig Platz f?r Spekulatius, Lebkuchen und Pl?tzchen zu schaffen. Guten Appetit!
29.6.05 16:49


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